Pflegehinweise Carrera Universal

 

Allgemeines

Das System Carrera Universal 132 ist bei richtiger Pflege völlig problemlos und hält geradezu ewig. Alle wichtigen Ersatzteile (z.B. Schleifer, Federn, Kontakte, Motoren, Ritzel etc.) sind erhältlich, meist als Original-Teil, manchmal jedoch nur noch als Reproduktionen. Auch viele Beschlagteile für die Autos (Spiegel, Scheinwerfer, Stoßstangen etc.) werden seit einiger Zeit nachgefertigt. Sehr umfangreiche Infos mit Bezugsquellen gibt es hierzu auf der Seite www.carrerarennbahn.de.

 

Lagerung:

Für die Lagerung empfiehlt es sich dringend, alle Universal-Teile (insbesondere die Schienen und Autos) in staubdichter Verpackung (Müllsack, Plastiktüte) und unbedingt trocken zu lagern. Das verhindert das rosten der Schienen und Motoren und erspart sehr viel Arbeit, wenn die Bahn nach längerer Zeit wieder in Betrieb genommen werden soll. Im Gegensatz zu modernen Rennbahnsystemen sind die Stromleiter der Schienen nicht aus Edelstahl sondern aus Stahlblech und damit sehr rostanfällig. Die Kupferteile der Schleifereinheit am Fahrzeug können bei Feuchtigkeit sehr schnell anlaufen und die Stromaufnahme drastisch reduzieren.

Fahrzeuge und Gebäude niemals dauerhaft UV-Licht oder starker Wärme aussetzen. Die Kunststoffe sind nur begrenzt UV- und hitzebeständig und verfärben/ verformen sich relativ schnell. Am besten unbeleuchtete (wegen der Strahlerwärme) Vitrinen bei Zimmertemperatur oder der gleichmäßig kühle Keller. Schienen sollten wenn möglich auf dem trockenen Dachboden gelagert werden. Gegen Wärme im Sommer bzw. Kälte im Winter sind diese Teile sehr unempfindlich.

 

Reinigung:

Um es vorweg zu sagen, es gibt keine Wundermittel oder geheime Mixturen zur Reinigung von Schienen oder Fahrzeugen. Aber mit einigen Tipps ist dies dennoch meist problemlos möglich. Sehr stark angerostete Schienen aber am besten wegwerfen. Selbst wenn man den oberflächlichen Rost abschleift, bleiben im Leiterbett genügend Rostreste übrig, die sich im Fahrbetrieb lösen und die empfindlichen Schleifereinheiten verschmutzen. Außerdem ist bei solchen Schienen die Gefahr der erneuten Rostausbreitung besonders groß. Der Verschleiß der Schleifer ist bei rostigen Schienen wegen der rauhen Oberfläche auch ungleich höher als bei sauberen Schienen. Niemals mit Kontaktspray wie z.B. WD40 oder ähnlichen Mitteln an die Schienen oder Schleifereinheiten gehen. Diese Mittel verfärben die Schienenoberfläche und reduzieren zudem den Grip, also die Reifenhaftung, ganz erheblich. Außerdem sind elektrische Bauteile empfindlich bei Ölen und fetthaltigen Reinigern, da diese Mittel den Staub wie Magnete anziehen und die Stromleitfähigkeit damit drastisch reduzieren.

 

Schienen:

Angerostete Stromleiter sind am besten mit 120er Schleifpapier (Schleifklotz) zu reinigen. 2-3 mal mit leichtem! Druck über die Leiter reiben und der Rost ist meist weg. Darauf achten, dass die Schienenoberfläche nicht mitgeschliffen wird, da sich sonst hässliche Schleifspuren in der Kunstoffoberfläche bilden, die nicht mehr zu entfernen sind. Die Innenleiter mit einem passenden Schraubendreher in beide Richtungen abziehen, dann sind auch die meist sauber. Die Leiterspitzen am besten mit Papiernagelfeile oder Dremel mit Stahlbürste säubern.

Nach der Rostentfernung Staub und Schmutz zuerst mit einer harten Kunstoffbürste entfernen, danach mit Baumwolllappen (z.B. altes T-Shirt) und Kunstoffreiniger (z.B. Mellerut aus dem Bauhaus) gründlich abwischen, um die letzten Schmutzreste aus den Poren der Schienenoberfläche vollständig zu entfernen. Bei unbekannten Reinigern vorher an der Unterseite der Schienen eine Probe auf Materialverträglichkeit durchführen. Im Ergebnis erhält man meist fast neuwertige Schienen, die ihren Wert so ganz nebenbei schnell mehr als verdoppeln!

Tipp:

Die Arbeit der Reinigung lässt sich erheblich verkürzen, wenn man 4-5 Schienen aneinandergesteckt auf eine Tischplatte legt und dann die o.a. Reinigung durchführt. Gute Erfahrungen habe ich bei stärker verrosteten Schienen mit einem Cola-Bad gemacht. Cola 1:1 mit Wasser verdünnen und die Schienen 24 Stunden einlegen, danach die Schienen mit warmem Wasser gründlich abspülen und noch gründlicher trocknen!

 

Karosserie:

Die Fahrzeugkarossen lassen sich am besten auch mit Kunstoffreiniger säubern. Hierbei werden keine Teile, auch nicht die empfindlichen Decals (Aufkleber) gelöst. Wichtig ist hierbei aber nur leichter!! Druck und die Verwendung eines weichen sauberen!! Baumwolltuches, um keine Kratzer in die Karosserien zu reiben. Keinesfalls Reiniger mit stark abrasiven Stoffen (z.B. Autopolitur) verwenden, da hierbei die Decals garantiert beschädigt werden. Normale Zahnpasta hat sich als sehr brauchbar erwiesen, setzt sich aber leicht in die kleinen Rillen der Karosserie. Angetrocknet kann man diese jedoch mit einer weichen Zahnbürste wieder schnell entfernen.

Verzogene Karossen lassen sich meist wie folgt wieder richten: mit einem Heißluftfön vorsichtig!! erwärmen, gerade biegen und in dieser Stellung sofort mit kaltem Wasser schnell abkühlen. Vorgang wenn nötig wiederholen. Hierbei ist Gefühl und Geduld nötig, am besten man übt das an einer Schrottkarosse, bevor man sich an seine Schätzchen wagt. Eine leicht verzogene Karosse ist immer noch besser als eine angeschmolzene krumme Karosse!

 

Fahrgestell (Chassis):

Chassis, Achsen, Motor und Kabel mit einem nicht zu harten Pinsel von Staub und Schmutz reinigen. Dann auf die Motorwelle vorne und hinten je einen!! kleinen Tropfen Nähmaschinenöl (unbedingt harzfrei) geben und den Motor erst von Hand einige Male drehen, dann bei demontierter Karosserie kurz unter Teillast laufen lassen. Gerade ältere und quietschende Motoren laufen dann meist wieder deutlich schneller und überstehen auch eine lange Lagerung problemlos. Die Antriebsritzel vom Motor sind aus Messing, von der Hinterachse meist aus Kunststoff. Diese werden grundsätzlich nicht mit Fett oder Öl geschmiert! Nur Ritzelvarianten aus Messing und Stahl (z.B. bei den sogenannten Zigarren (alte F1 Fahrzeuge) werden mit einem Tropfen Fett versehen.

Hinweis: gerade bei Öl und Fett hilft viel NICHT viel! Überschüssiges Öl / Fett verteilt sich nur auf dem Chassis sowie der Unterseite der Karosserie und bindet in kurzer Zeit sehr viel Schmutz.

 

Schleifereinheit:

Am Anfang steht hier immer die komplette Zerlegung! Nur so kann man feststellen, ob sich alle Teile, insbesondere aber die Federn, in einwandfreiem Zustand befinden und vollständig sind. Eine Reinigung der Einzelteile ist am besten in einem Ultraschallreiniger möglich (Augenoptiker). Hier wird der ganze Schmutz der Jahre sauber und vollständig abgelöst. Bei der erneuten Montage unbedingt auf die richtige Reihenfolge der Teile achten, insbesondere den kleinen Isolatorring nicht vergessen! Die originale Bedienungsanleitung ist hierfür sehr hilfreich, da hier für die unterschiedlichen Schleifervarianten Explosionszeichnungen enthalten sind. Die Innenfeder des Mittelschleifers ist richtig eingestellt, wenn sie mit der Oberkante des Führungsrohres abschließt. Der Außenschleifer sollte mit der gleichen Federspannung eingestellt werden wie der Mittelschleifer. Ungleicher Federdruck von Mittel- und Seitenschleifer führt zu Kontaktverlust und erhöhtem Verschleiß.

 

Trafos:

Die Trafos gab es im wesentlichen in den Farben rot und grau sowie jeweils in 3 oder 4-stufiger Ausführung. Die 3-stufigen Trafos haben um die 0,5 Ampere und reichen für den Betrieb von 2 Autos völlig aus. Für den Betrieb von 4 Fahrzeugen, Fahrzeugen mit Licht (hoher Stromverbrauch) sowie Bergstrecke und Looping!! ist der 4-stufige Trafo mit 1,1 Ampere erforderlich. Die Trafos sind wartungsfrei. Defekte Trafos immer wegwerfen! Man kann diese nicht reparieren. Auf sauberen und festen Sitz der Kabelstecker von Stromschiene und Regler achten. Häufig resultieren Stromausfälle bzw. mangelhafte Stromversorgung meist nur aus losen Kontaktsteckern.

 

Stromverlust:

Wer kennt das nicht: gerade bei längeren Bahnen werden die Autos an einer Stelle immer langsamer, danach wieder schneller. Das liegt schlicht und einfach an den Übergangswiderständen, die bei jeder Schienenverbindung ganz automatisch und unvermeidbar entstehen. Da hilft auch kein zweiter Trafo, denn der Fahrstrom wird über den Regler an die Autos weitergeführt, nicht direkt vom Trafo selbst. Ein stärkerer Trafo erhöht zwar die Stromleistung, das ändert aber nichts an den Übergangswiderständen, man merkt diese nur etwas weniger.

Die einzige Lösung sind eine oder je nach Bahnlänge mehrere zusätzliche Stromeinspeisungen. Ausgehend von der Anschlußschiene wird ein dreiadriges Kabel unter die Schiene an die vorhandenen Lötpunkte gelötet und ebenfalls an die entfernteste Schiene wieder angelötet. Das Löten geht nur an den vorhandenen originalen Lötstellen von Anschlußschienen!! Daher muß für jede Einspeisung eine Anschlußgerade verwendet werden.

Die Anzahl der zusätzlichen Einspeisungen ergibt sich aus der Bahnlänge. Alle 5 Meter sollte eine zusätzliche Einspeisung eingebaut werden. Ab 10 bis 15 Meter also eine, bis 20 Meter 2, bis 25 Meter 3 Einspeisungen usw. Bei Loopingbetrieb sollte die Stromversorgung nicht mehr als 3 Geraden vom Looping entfernt sein, da sonst gerade schwere Fahrzeuge im Loopingscheitel einfach wegen Strommangel herunterfallen!

 

Fahrregler:

Es gab für die Carrera Universal 3 Fahrregler: den kleinen mit Feststelltaste und den großen mit dynamischer Bremse sowie als Keramikregler, zu erkennen am Metallstößel.

Funktionsstörungen der Regler haben meist folgende Ursachen: defekte Kabelverbindung am Stecker, mangelnder Kontakt des Steckers in der Anschlußschiene, Kabelbruch, korrodierte oder gebrochene/ durchgebrannte Messingdrähte an der Widerstandsspule im Regler. Meist funktioniert alles wieder, wenn man die Kabelverbindung sorgfältig prüft und soweit erforderlich instand setzt. Defekte Widerstandswicklungen entweder selbst erneuern oder neuen Regler besorgen.

 

Werkzeuge:

Folgende Werkzeuge gehören für die Wartung und Pflege zur Grundausstattung:

 

kleine Schrauberdreher mit Kreuz- und Schlitzkopf

mittlerer Schraubendreher mit Schlitzkopf (Schienenreinigung, Karosserieschrauben)

Spitzzange

Seitenschneider

Pinzette

Regelbares Lötgerät sowie Lötzinn

Schleifklotz mit 120er sowie 180er Körnung

Ballistol

Nähmaschinen- oder Gleitlageröl

Baumwolltuch

Microfasertuch (Karossenreinigung)

Kunststoffreiniger

 

Damit lassen sich 95% aller Arbeiten gut erledigen. Wer sich noch ein Ultraschallbad zulegt (gibt es schon ab 30,- €) hat dann schon nahezu alles zusammen. Kleine Hilfmittel wie stumpfe 5-8 cm lange Nägel (um verbogene Mittelfedern aus dem Leitkiel zu drücken sowie verbogene Mittelfedern wieder neu zu drehen) runden das Sortiment ab.